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Geschichte

Einige bewegte und außerordentlich arbeitsreiche Jahre sind vergangen, seit die Stiftung Homöopathie-Zertifikat am 1. November 2003 in München ins Leben gerufen wurde. Die SHZ und ihre überwiegend ehrenamtlich tätigen Homöopathen können mit Stolz auf diese Jahre zurückblicken und auf die Ergebnisse, die erreicht wurden. Wir möchten an dieser Stelle im Rückblick noch einmal kurz diese Zeit Revue passieren zu lassen – von den Intentionen der Gründung über die schwierige Zeit des Aufbaus und der Umsetzung bis zu dem Stand, den die SHZ heute in der homöopathischen Landschaft einnimmt.

Rückblick

Noch in den Anfängen der 80er-Jahre war es in Deutschland kaum möglich, sich für eine umfassende Homöopathie-Ausbildung bei einer Schule oder einem Lehrgang anzumelden. Es gab einfach kein umfassendes Angebot für die Ausbildung eines klassischen Homöopathen. Wer damals „Homöopath oder Homöopathin“ werden wollte, hat eigenständig die Quellen studiert und manchen  literarischen Umweg in Kauf genommen. Viele Homöopathie-Studenten haben bei erfahrenen Kollegen hospitiert und sich in eigener Initiative in Fachkreisen aus- und weitergebildet.
Bereits 10 Jahre später – die Nachfrage nach der klassischen Homöopathie und einer guten Ausbildung zum Homöopathen war inzwischen kometenhaft angestiegen – waren bereits ein knappes Dutzend Anbieter zu finden, die einen vollständigen Ausbildungslehrgang anboten. Schon bald wurde sowohl in den Ausbildungsinstituten, Vereinen, Fachgesellschaften, wie auch im neu gegründeten Verband klassischer Homöopathen Deutschlands, VKHD e.V., der Ruf nach einheitlichen Ausbildungskriterien oder Mindestanforderungen an Homöopathie-Lehrgänge laut. Erste unverbindliche Treffen und Gespräche zwischen Ausbildungsanbietern und dem VKHD ließen einen Konsens über die Entwicklung von Ausbildungsrichtlinien und Lernzielen erkennen. Die Teilnehmer dieser ersten bundesweiten Konferenzen einigten sich auf das Ziel, gemeinsam Ausbildungsrichtlinien und Lernziele zu erarbeiten. Damit war - man traf sich an einem zentralen Ort - die sogenannte „Frankfurter Qualitäts-Konferenz“ geboren.

Die Entstehung der SHZ

Die Entstehung der SHZ und ihr Konzept gründet auf diesen, seit 1998 stattfindenden „Frankfurter Qualitäts-Konferenzen“. Auf Initiative des Verband klassischer Homöopathen - VKHD kamen bundesweit Experten, Lehrkräfte, Schulleiter sowie homöopathische Fachgesellschaften unterschiedlicher homöopathischer Richtungen aus ganz Deutschland  zusammen, um einen fachlichen Konsens zu erarbeiten. In einer Vielzahl von Sitzungen gelang es, diesen weiten Bogen zu spannen und den erreichten Konsens in Grundlagenpapieren zu Ausbildungsinhalten und Lernzielen zu verankern. Diese Ausbildungsinhalte und Lernziele beinhalten über viele homöopathischen Richtungen hinweg für unverzichtbar gehaltene Grundlagen. Rückblickend betrachtet war dies ein Meilenstein und zugleich die Grundsteinlegung für eine wirksame Qualitätsförderung und -sicherung in der Homöopathie im deutschsprachigen Raum.

Die Umsetzung dieser Ziele erforderte aber auch eine verlässliche und den allgemeinen Anforderungen an Qualitätssicherung angepasste Rechtsform. Das Konstrukt einer Stiftung wurde von der Qualitätskonferenz nach langen Abklärungen als die beste Variante befunden.
Als Stiftung ist die SHZ wirtschaftlich und strukturell von Anbietern und Einzelinteressen unabhängig und bietet damit die Voraussetzungen, auch Ausbildungsstätten akkreditieren zu können. Sie wird staatlich streng überwacht und steht in der öffentlichen Reputation für Dauerhaftigkeit und Seriosität – dies sind elementare Voraussetzungen für die Anerkennung einer Qualitätssicherung.

Das wichtigste Satzungsziel der SHZ ist, das Qualitätsniveau in der homöopathischen Praxis zu fördern und zu sichern und damit Patienten den Zugang zu homöopathischer Behandlung in hoher Qualität zu ermöglichen. Durch die Rechtsform einer Stiftung war hinsichtlich des öffentlichen Interesses an einer Qualitätssicherung für klassische Homöopathie auch der Wunsch erfüllt, sowohl Ärzte als auch Heilpraktiker zertifizieren zu können. Selbstredend war die Unabhängigkeit der Zertifizierungsabläufe ein essentielles Kriterium, um als ernst zu nehmender Gesprächspartner für staatliche Instanzen, Patienten- und Selbsthilfe-Organisationen, Versicherungen und andere Leistungsträger Gehör zu finden.

Die wichtigsten Meilensteine auf dem Weg der SHZ

Nach der Gründung der SHZ im November 2003 und der Anerkennung als gemeinnützige Stiftung im Juni 2004 hatte die Stiftung Ihren Sitz bis November 2008 in München. Da durch die Verlegung der Geschäftsstelle zum Jahresbeginn 2007 der geschäftliche Schwerpunkt in Ulm lag, wurde der Sitz zu diesem Zeitpunkt nach Ulm verlegt, sodass die SHZ nunmehr unter der Aufsicht des Regierungspräsidiums Tübingen und des Finanzamtes Ulm steht.

Die Jahre 2004 bis 2006 waren geprägt vom Aufbau einer funktionierenden Organisationsstruktur und der Bewältigung der sintflutartig hereinbrechenden Zertifizierungsanträge im Rahmen der sogenannten „Übergangsregelung“, die am 31.12.2006 auslief. Zu diesem Zeitpunkt lagen der SHZ bereits 1.160 Bewerbungen vor!

Nach umfangreichen Vorbereitungsarbeiten konnte am 30.05.2008 die 1. Zertifikats-Prüfung für Therapeuten mit Abschluss Ihrer Ausbildungszeit stattfinden, die mittlerweile ein Mal jährlich Ende Oktober angeboten wird.

In den Jahren 2007 bis 2011 lag der Schwerpunkt der Arbeit der SHZ in der Fortentwicklung und Anpassung der bisherigen Qualitätskriterien, basierend auf den Erfahrungen der Anfangszeit. Weiterhin wurden Ethik-Richtlinien erarbeitet und ein Angebot an hochwertigen Dozenten- und Supervisoren-Fortbildungen konzipiert.